Aachener Dom

Der Zentralbau Karls des Großen

Nur wenige Baudaten der Pfalzkapelle sind bekannt. In den Jahren 786/87 ermächtigt Papst Hadrian Karl den Großen, Marmor aus Italien nach Aachen zu überführen. 798 werden die kostbaren antiken Säulen in der Kirche aufgestellt. Die Überbringung von Reliquien 799/800 bekräftigt die Vollendung des Baues. Die Weihe durch Papst Leo III. im Jahre 805 ist freilich eine Legende. Der Bau Karls des Großen ist der Kern des heutigen Aachener Domes. Erhalten sind der Westbau mit der ursprünglich offenen Eingangshalle, der Kaiserloge im Obergeschoss und den beiden Wendeltreppentürmen sowie der gewaltige achteckige Kuppelbau mit seinem nach außen sechzehneckigen doppelgeschossigen Umgang. Nicht mehr erhalten sind das so genannte Paradies mit seinem Brunnen, dem Westbau vorgelagert, die beiden Anbauten auf der Nord- und Südseite und schließlich der östliche Anbau, der als Chorraum Platz für den Hauptaltar bot. Neben der Verwendung antiker Kostbarkeiten, zu denen die Säulen und die römische Bärin in der Vorhalle gehören, schufen karolingische Werkstätten auch eigene herausragende Kunstwerke, so die Bronzegitter der Empore und die Bronzetore der Haupt- und Nebeneingänge. Von dieser ersten Ausstattung haben sich bis heute mehr als zwanzig antike Säulen, acht Bronzegitter und vier Bronzetore erhalten, darunter die große Portaltür (Wolfstür) im Westbau der Kirche.

Modell der karolingischen Pfalzanlage mit der Marienkirche Karls des Großen- dem heutigen Aachener Dom.
Modell der karolingischen Pfalzanlage mit der Marienkirche Karls des Großen- dem heutigen Aachener Dom.